Mein rechter rechter Plazt ist leer, ...


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Eine kleine Geschichte dazu:

Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. Da wurde er schrecklich nervös. „Zu mir?“ rief er. „In mein Haus?“ Er rannte in alle Zimmer, er lief die Treppen rauf und runter, er kletterte zum Dachboden hinauf, er stieg in den Keller hinab – und sah sein Haus mit anderen Augen. „Unmöglich!“ jammerte er. „In diesem Dreckstall kann ich keinen Besuch empfangen, schon gar nicht Gott! Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen.“ Also riss er alle Fenster und Türen auf und rief hinaus: „Brüder, Freunde, Leute! Helft mir aufräumen – irgendjemand, bitte! Aber schnell!“ Er macht sich sofort daran, sein Haus zu putzen. Durch die dicken Staubwolken sah er, dass ihm tatsächlich jemand zu Hilfe gekommen war, worüber der Mann mehr als dankbar war. Sie schleppten gemeinsam das Gerümpel hinter das Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie schrubbten die Treppen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um die Fenster zu putzen. Und noch immer klebte der Dreck an allen Ecken und Enden. „Das schaffen wir nie!“ schnaufte der er. „Doch, das schaffen wir“, sagte der andere. Sie plagten sich den ganzen Tag. Und tatsächlich waren sie spät am Abend fertig. Sie gingen in die Küche und der Mann deckte den Tisch. „So“, sagte er, „jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. Wo er nur bleibt?“
„Aber ich bin ja da“, sagte der andere und setzte sich an den Tisch. „Komm, und iss mit mir.“

Während sie dort waren, kam für Maria die Zeit der Entbindung. Sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe im Stall. Denn in der Herberge hatten sie keinen Platz gefunden.
Lukas 2,6-7


„Mein rechter, rechter Platz ist leer, da wünsche ich mir … her“. Bestimmt kennt ihr dieses Spiel noch aus eurer Kindheit. Auch heute noch spielen es meine Kinder in der Kinderstunde sehr gerne. Wie schön ist, wenn es in einem Stuhlkreis noch einen freien Platz gibt, auf dem man sich jemand wünschen kann.
Ganz anders bei Maria und Josef. Sie irren durch Betlehem und finde keinen freien Platz. Alles ist belegt und voll. Keiner hat ein Platz für sie. Nur in einem kleinen Stall finden sie Unterschlupf und Maria kann Jesus auf die Welt bringen und das kleine Baby in die Futterkrippe legen. Gott kommt auf die Erde und keiner hat Platz für ihn.
In diesem Jahr wird das Weihnachtsfest anders wie gewohnt sein. Vielleicht bleibt auch der ein oder andere Platz bei euch Zuhause frei und der ein oder andere Besuch muss leider verschoben werden. Doch wir können uns gewiss sein, dass Jesus uns gerade in dieser Zeit besuchen will. Er ist kein Geschenk, welches wir unter den Weihnachtsbaum legen, oder ein Termin zum gemeinsamen Kaffee trinken und Plätzchen essen. Nein, er ist ein Besuch, der in unserem Alltag Platz nehmen will. Der in unser Leben hineinkommen möchte, egal wie es gerade aussieht. Der keinen Abstand hält, sondern dir ganz nahe kommen will.

„So laß mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.“ Hat dein Kripplein (dein Leben) Platz für Jesus?

Quellen:
Geschichte: https://www.materialboerse.ejo.de/gott-kommt-zu-besuch/
Andacht: Lukas Stelter.